Die Autorin

Sarah Weidmann

Atmosphärische Geschichten aus Frankreich und Europa

Ich erspare dir das „Schon als Kind habe ich Bücher geliebt". Das stimmt zwar, aber das macht bei vielen eben auch die Leidenschaft für das Schreiben aus. Deshalb fangen wir doch woanders an. In meinen Geschichten gibt es fast immer Frankreich, Geheimnisse und mindestens eine Person, der man besser nicht trauen sollte. Die Leiche ist ebenso wenig von Verdächtigung freigesprochen.

01 · Wie ich zum Schreiben kam

Eigentlich begann bei mir alles in einem Buchladen. Meine Mutter und ich waren oft dort und jedes Mal durfte ich mir ein Buch aussuchen. Für mich war das immer eine ganz besonders wichtige Entscheidung. Ich liebte die Stille der Buchhandlung am frühen Morgen, den Geruch nach Papier und am meisten gefiel mir das Regal mit den französischen Romanen oder die Fantasy-Abteilung. Mich reizte, dass ich die Bücher nicht ganz verstand und sie mir ihre Welt und ihre Geheimnisse erst nach und nach preisgaben.

Irgendwann kannte man uns dort, denn wir wurden zu Stammkunden. Und einer der Mitarbeiter wurde, sagen wir, zu einer frühen Inspiration für mich. Ich war heimlich verliebt und zeigte ihm eines Tages als Erstem außerhalb meiner Familie eine meiner kurzen Geschichten. Mit pochendem Herzen und hochrotem rotem Kopf. Aus der Verliebtheit wurde nichts, doch er gab mir mein erstes Feedback außerhalb meiner Familie und da er sozusagen vom Fach war, bedeutete es mir viel.

Sarah Weidmann
02 · Was ich am Lesen und Schreiben liebe

Wer lügt, wer schweigt

Am Lesen liebe ich ganz besonders diesen Moment, in dem man merkt – Moment mal, die Figur auf Seite 12 hat möglicherweise nicht die ganze Wahrheit gesagt. Man weiß noch nicht, warum, aber man liest weiter.

Man kann beim Lesen in verschiedene Rollen schlüpfen. Man kann Detektivin sein, Beobachterin, Verdächtige oder die Einzige im Raum, die längst ahnt, dass etwas nicht stimmt. Man kann in Frankreich frühstücken, in einem Grandhotel einchecken und trotzdem pünktlich zum Abendessen zurück in seinem Zuhause sein.

Am Schreiben liebe ich genau das: ich darf diese Welten erfinden. Ich entscheide, wer lügt, wer etwas verheimlicht und welche Wahrheit am Ende doch ans Licht kommt.

Mich interessieren Orte, die etwas verbergen, und Menschen, die noch besser darin sind.

Austern und Champagner
Recherche gehört dazu
03 · Frankreich und ich

Ein zweites Leben, das im Juli anfing

Frankreich und ich. Das ist eine alte Geschichte.

Ich habe französische Wurzeln. Wir fuhren jeden Sommer an die Mittelmeerküste nach Frankreich, in einen kleinen Hafenort der südlich von Narbonne liegt. Dort verbrachte ich ganze Nachmittage am Hafen, zwischen Booten, Salzgärten und einer alten Festung mitten im Dorf. Frankreich war für mich nie nur ein Urlaubsziel, eher ein zweites Leben, das jedes Jahr im Juli anfing und im August wieder pausierte. Mit der Sprache hatte ich es nicht immer leicht, aber mit dem Land dafür umso mehr.

Vielleicht schreibe ich deshalb so gern über Frankreich. Über die Weingüter an der Atlantikküste, die seit Generationen in Familienhand sind. Über kleine Hafenstädte und Dorfplätze, an denen nachmittags scheinbar nichts passiert und wenn doch, dann hinter geschlossenen Fensterläden.

04 · Wie ich schreibe

Wenn ich schreibe, beginnt es oftmals mit einem Bild. Meistens kommt jemand in ein Zimmer oder will es gerade verlassen. Am Anfang weiß ich noch nicht, was er dort macht. Bevor ich in eine Szene gehe und mit dem Schreiben beginne, gebe ich jeder Figur einen Duft. Für mich riecht die Protagonistin Helena nach Kaffee und Zitronenkuchen und ihr Sidekick Cameron nach Leinöl und Salzwasser. Étienne verbinde ich mit Sonnencreme und teurem Aftershave. Warum mir das hilft, weiß ich selbst nicht genau. Aber sobald eine Figur einen Duft hat, kann ich viel leichter über sie schreiben.

Meine bevorzugte Schreibzeit ist abends oder am Wochenende. Die Anfänge meiner Bücher überarbeite ich vermutlich öfter, als ich müsste.

Das ist wohl der Ursprung meiner Bücher. Ich schreibe über einen Ort, den ich nicht immer mit dem Kopf, aber sehr deutlich mit dem Bauch und dem Herzen verstehe.

Werkschau

Ein Name, mehrere Welten

Frankreich-Krimi

Helena Mureau ermittelt

Cold Cases an der Atlantikküste, Familiengeheimnisse und Weingüter, die mehr verbergen als edle Jahrgänge.

Provence-Roman

Sommer, Licht und zweite Chancen

Warme Geschichten über Menschen an Wendepunkten – zwischen Lavendel, alten Mauern und neuem Anfang.

Und was noch kommt

Neue Töne, gleiche Handschrift

Egal welches Genre: immer ein Ort mit Atmosphäre, eine Frau im Zentrum und ein Geheimnis, das nicht ruht.

Fortsetzung folgt

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À bientôt,
Sarah
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